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Robert Schuman
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| 1886 |
Am 29. Juni in Clausen
(Luxemburg) als Sohn der kath. Eltern Jean-Pierre
Schuman und Eugénie ge. Duren geboren; sein
Taufname: Jean-Baptiste Nicolas Robert. |
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| 1896/ 1903 |
Besuch des großherzoglichen
Gymnasiums "Athenaeum" in Luxemburg -
Abitur am kaiserlichen Gymnasium in Metz. --- |
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| 1904 |
Sommer-Semester an der
Universität Bonn; Beitritt zur
Studentenverbindung UNITAS, der er Zeit seines
Lebens angehört; eine Verbindung katholischer
Akademiker, deren "Patron" Thomas von
Aquin ist. |
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| 1904/ 1905 |
Wintersemester an
Universität München; Studium der
Rechtswissenschaften u. a. bei Lujo von Brentano
(öko - nomische Politik) und bei Seitz
(religionsphilosophische Grundfragen). |
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| 1905 |
Sommersemester u. a. bei
Freiherr von Hertling (!!philosophische Rechts-,
Staats- und Gesellschaftslehre!!). |
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| 1905/ 1906 |
Studium an der Universität
Berlin mit zusätzlichen Vorlesungen über Volks-
und Weltwirtschaft sowie Finanz- wissenschaft und
bei Ullrich von Wilamonitz-Möllendorf (Lehre der
Griechen vom Staat). |
| 1906/ 1908 |
Studium an der Universität
Straßburg; Abschluß mit erstem Staatsexamen
(28.2.1908). |
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| 1908/ 1910 |
Referendarzeit in Metz. |
| 1910 |
Promotion zum Dr. jur.
"summa cum laude" (26.2) |
| 1911 |
Unfalltod der Mutter
(30.8.); Robert trägt sich mit dem Gedanken,
Priester zu werden; ein alter Freund der Familie
rät ihm dringend, Laie zu bleiben. |
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| 1912 |
Zweites Staatsexamen. In den
Weihnachtstagen Teilnahme an einem
Freundeskreistreffen im Kloster Beuron; dieser
Kreis bemühte sich um eine Erneuerung der
Liturgie, er sammelte sich um den metzer Bischof
Wilibrord Benzler (ehemaliger Abt von Maria
Laach) und Abt Ildefons Herwegen, Maria Laach;
ihm gehörten u. a. an: außer Robert Schuman der
spätere Reichskanzler Heinrich Brüning sowie
Franz Xaver Münch (Gründer des katholischen
Akademikerverbandes). Mitglied auf Lebenszeit der
Görres-Gesellschaft, die sich die überwindung
der wissen- schaftlichen Inferiotöt des
deutschen Katholizismus als Ziel gesetzt hatte. |
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| 1913 |
Berufung zum Vorsitzenden
der katholischen Jugendverbände durch Bischof
Benzler. Im gleichen Jahr wird ihm als Sekretär
die Organisation des deutschen Katholikentages in
Metz übertragen, die er mit über 200
ehrenamtlichen Helfern hervorragend gestaltet. |
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| 1914/ 1918 |
Zivilbeamter am
Bezirkspräsidium in Boulay; ihm war die
Verwaltung sequeristrierter Güter anvertraut,
deren Besitzer zum großen Teil Franzosen waren. |
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| 1918 |
Nach dem Rückzug der
deutschen Truppen Mitglied des Stadtrates von
Metz, was darauf schließen läßt, daß er das
volle Vertrauen der französischen Behörden
besaß. |
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| 1919 |
Abgeordneter in der
französischen Nationalversammlung für die
"Union Républicaine Lorraine" -
katholische Volks- partei für Lothringen: dieses
Mandat behält er bis zu seiner Verhaftung durch
die Gestapo Hitlers. Seit Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges ist er in der Regierung
Staatssekretär für das Flüchtlingswesen. Nach
der Kapitulation Frankreichs bot Marschall
Pétain ihm ein wichtiges Ministeramt an; Robert
Schuman lehnte ab. |
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| 1941 |
Verhaftung durch die
deutsche Besatzungsmacht, nachdem sie vergeblich
versucht hat, ihn für ihre Interessen gefügig
zu machen; er wird aus Lothringen ausgewiesen und
zur "Sonderhaft" nach Neustadt an der
Weinstraße (Rheinland-Pfalz) deportiert. |
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| 1942 |
Im Juli gelingt Robert
Schuman die Flucht; er versteckt sich in der
Benediktinerabtei St. Martin bei Ligugé; an-
schließend findet er Unterschlupf in einem
Trapistenkloster und schließlich in einem
katholischen Waisenhaus; sein wichtigstes
Gepäckstück ist sein "Missale". |
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| 1945 |
Obwohl in die Resistance der
"nationalen Unwürdigkeit" bezichtigte,
belohnten seine lothringischen Wähler ihn
erneutmit dem Mandat als Abgeordneter des MRP
für die Nationalversammlung; er wird Präsident
des Finanzausschusses. |
| 1946 |
Robert Schuman wird im Juni
Finanzminister. |
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| 1950 |
Am 9. Mai verkündet er die
"historische Erklärung" für die
Neukonstruktion Europas, beginnend mit der
Montan- Union, die politisch zur
"Föderation Europas" führen soll. Die
Montan-Union wurde 1952 verwirklicht. Für seine
Vision einer "Europäischen
Gemeinschaft" war die zeit in Frankreich
offensichtlich noch nicht reif. Er muß sein Amt
1952 aufgeben. Die von ihm wesentlich
mitvorbereiteten Verträge zur
"Europäischen
Verteidigungsgemeinschaft" und zur
"Europäischen politischen
Gemeinschaft" wurden von der französischen
Nationalversammlung verworfen. Aber seine
politische Vision eines neuen Europa setzte sich
im Laufe der jahre durch und strebt inzwischen
der Voll- endung entgegen. |
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| 1953 |
Die Straßburger
"Konvention für Menschenrechte und
bürgerliche Grundfreiheiten", die Robert
Schuman noch wesentlich beeinflussen konnte,
tritt in Kraft; sie ist inzwischen von 26
europäischen Staaten in Kraft gesetzt und prägt
entscheidend die geistigen Grundlagen des
KSZE-Prozesses. |
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| 1953/ 1958 |
Robert Schuman ein
"Pilger für Europa"; ein zahllosen
Vorträgen in allen europäischen Ländern wirbt
er unermüdlich für seine politischeVision
Europas, zumal er schweren Herzens zusehen muß,
wie Frankreich sich unter General de Gaulle von
seiner Politik abwendet. |
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| 1958/ 1960 |
Robert Schuman wird für
zwei Perioden zum Präsidenten des Europäischen
Parlaments gewählt, das ihm als einzigem
Kandidaten einmütig durch seine Stimmabgabe
Anerkennung zollt für die großen Verdienste,
die er sich als "Vater Europas"
erworben hat (Mit der Annahme der
"Römischen Verträge" 1957 findet
Europa auf den Weg zurück, den er am 9. Mai 1950
verkündet hat). |
| 1958 |
Robert Schuman wird mit dem
Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. |
| 1959 |
Robert Schuman erhält den
Erasmus-Kulturpreis zusammen mit Karl Jaspers. |
| 1963 |
Am 4. September stirbt
Robert Shcuman im Alter von 77 Jahren in
Scy-Chazelles bei Metz. |
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